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Die Sforza II: Caterina Sforza

Buch Cover 'Die Sforza II: Caterina Sforza'

Maike Vogt-Lüerssen

Die Sforza II: Caterina Sforza – Tochter einer Krieger-Dynastie

als Buch bei amazon.de erhältlich, 344 Seiten, mit 148 Bildern, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8370-2395-4, € 22,90


Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Die Geburt der mailändischen Prinzessin Caterina
  • Der neue Herzog von Mailand: Galeazzo Maria Sforza
  • Caterinas Kindheit in den Jahren 1469 bis 1476
  • Die Ermordung des mailändischen Herzogs
  • Caterina, die junge Gattin von Girolamo Riario
  • Das Attentat gegen die Medici
  • Die neue Herrschaft von Forlì
  • Die turbulenten Jahre 1482 bis 1484
  • Die Ermordung von Girolamo Riario
  • Der neue Mann in Caterinas Leben
  • Die Ermordung von Giacomo Feo
  • Giovanni de’ Medici
  • „Die Tigerin von Forlì“
  • Der Kampf gegen die Borgias
  • Die Gefangennahme
  • Der Ärger mit dem Schwager
  • Die letzten Lebensjahre von Caterina Sforza
  • Giovanni dalle Bande Nere
  • Die Stammtafeln
  • Anhang: Die Päpste der Renaissance und ihre Regierungszeiten
  • Literaturverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis

Vorwort

„... und wenn es das Schicksal will, dass ich verliere, dann möchte ich, obwohl ich eine Frau bin, wie ein Mann verlieren ...“
Caterina Sforza an ihren Onkel, den mailändischen Herzog Lodovico il Moro Sforza, am 25. August 1498

Einer der berühmtesten und außergewöhnlichsten Frauen der italienischen Renaissance, die ihre Zeitgenossen für die Schönste, Anmutigste und Tapferste des weiblichen Geschlechtes hielten und über die sie in ihren Liedern, Balladen, Aufzeichnungen und Chroniken nicht müde wurden zu berichten, soll dieser zweite Band der dreiteiligen Sforza-Serie gewidmet sein: Caterina Sforza. In die Geschichte ging diese „Wunderfrau mit ihren übernatürlichen Kräften“ als „Prima donna d’Italia“ (die erste Dame Italiens), als „Amazone von Forlì“ und als „Virago“ (ein Mannweib) ein. Letzteren Titel hatte sie von Machiavelli erhalten, auf den ihre Schönheit, ihre Schlauheit, ihr Witz und ihr Mut einen tiefen Eindruck gemacht hatten. Unsterblich ist sie jedoch nicht nur durch die vielen zeitgenössischen schriftlichen Quellen geworden, die besonders im Archivio Storico Lombardo zu finden sind, sondern auch durch ihre unzähligen herrlichen Porträts, die in der Mehrzahl von ihrem großen Verehrer Sandro Botticelli und seinen Schülern erstellt wurden.

Als drittes uneheliches Kind des mailändischen Prinzen und zukünftigen Herzogs Galeazzo Maria Sforza und seiner ersten großen Liebe, einer gewissen Lucrezia, erblickte Caterina im Jahr 1463 in einer der angesehensten Dynastien des Abendlandes das Licht der Welt, nämlich der Visconti-Sforza. Während die Vorfahren ihrer Großmutter väterlicherseits, die Visconti, für über 150 Jahre die Geschicke Mailands gelenkt hatten, gehörten die Vorfahren ihres Großvaters väterlicherseits, die Sforza, zu den bedeutendsten Militärführern und Feldherren des 14. und 15. Jahrhunderts. Caterinas Großvater, Francesco Sforza, ging sogar als der größte Condottiere seiner Zeit in die Geschichte ein. Voller Stolz blickte die mailändische Prinzessin, die sich auf ihren Münzen „Catherina Sfortia Vicecomes (Visconti)“ nennen ließ, auf ihre väterlichen Vorfahren zurück.

Während sie äußerlich mit ihrer hohen Gestalt – sie wird die meisten ihrer männlichen und weiblichen Zeitgenossen um Haupteslänge überragt haben –, ihrem rot- oder goldblonden Haar und ihren grauen Augen ganz nach den Visconti kam, wies sie charakterlich mehr Gemeinsamkeiten mit ihren Sforza-Vorfahren auf. Ihr außergewöhnlicher Mut, ihre Furchtlosigkeit, ihre skrupellose Zielstrebigkeit und ihre Entschlusskraft wurden von allen ihren Zeitgenossen, ob Freund oder Feind, gepriesen. Sie legte zudem nicht nur großen Wert auf ihr Aussehen – auf ihre makellose, reine Haut, ihr blondes Haar und ihre weißen Zähne. Wie ihre Vorfahren, die Visconti und die Sforza, hielt sie es als Landesherrin für ihre oberste Pflicht, für Gerechtigkeit unter ihren Untertanen zu sorgen, diese in eigener Person in Rüstung und mit der Waffe in der Hand zu beschützen und die Kunst und die Kultur in ihrer Herrschaft zu fördern. Ihre Zeitgenossen beschrieben sie außerdem als ehrlich, aufrichtig, gerecht, zäh, charmant, wortkarg, stolz, ehrgeizig, schlau, witzig, zuweilen sehr furchteinflössend, rachsüchtig – sie ließ ihre Gegner, wenn es sein musste, bis ans Ende Italiens verfolgen –, als liebestoll und, was die Führung ihrer Staatsgeschäfte anging, als sehr kompetent. Überdies liebte sie die Jagd über alles. Wenn sie auch einerseits nie ein Unrecht, das ihr oder ihrer Familie angetan wurde, vergaß, so erinnerte sie sich andererseits auch stets der Wohltaten, die man ihr und ihrer Familie erwiesen hatte. Im letzteren Fall konnte man ihrer Gunst und Zuneigung bis zu ihrem Lebensende gewiss sein.

Wie ihre Visconti-Vorfahren interessierte sie es nicht im Geringsten, was ihre Mitmenschen über sie dachten. In der Rechtsprechung machte sie wie ihre Vorväter keinen Unterschied zwischen ihren armen und ihren reichen Untertanen. Für gleiches Unrecht gab es die gleiche Bestrafung. Als Fürsprecherin ihrer schwachen und armen Untertanen war sie wie die Visconti und die Sforza stets bereit, sich für diese einzusetzen, um sie vor Ungerechtigkeiten der Reichen und Mächtigen zu beschützen. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, den weltlichen und den geistlichen Herrschern des gesamten christlichen Abendlandes, hielt sie zudem stets ihr gegebenes Wort. Auf Caterina Sforza und ihre Versprechen durfte man sich vollkommen verlassen. Von vielen Männern begehrt und geliebt, war die größte Liebe in ihrem Leben jedoch ihr letztes Kind, ihr Sohn Giovanni dalle Bande Nere, der ihr von allen ihren Kindern am Nächsten stand und in dem sie sich als große Kriegerin wiederfand. Als der größte Condottiere aller Zeiten wurde er wie seine Mutter unsterblich. Über Giovanni dalle Bande Nere und seine Nachfahren, die Großherzöge der Toskana, durften sich schließlich die Könige Ludwig XIV. von Frankreich und Karl II. von England als Nachkommen dieser berühmten, furchtlosen Frau sehen, die selbst noch heute als „Venus“ in dem berühmtesten Gemälde aus Botticellis Werkstatt die Männerherzen höher schlagen lässt.


Korrekturen und Ergänzungen zum Buch:

  • Abb. 37 zeigt nicht Bona von Savoyen, sondern Barbara Balbiani von Valchiavenna, die Gattin von Alessandro Sforza.
  • Abb. 64 zeigt nicht Bianca Simonetta
  • Abb. 89 zeigt nicht Bianca Maria Sforza, sondern die Geliebte ihres Vaters, Lucia Martelli.
  • S. 175: Der Sohn des verstorbenen Herzogs Gian Galeazzo II. Maria Sforza, Francesco II. Maria oder Francesco il Duchetto, war im Jahr 1494 zwei und nicht drei Jahre alt.
  • S. 271: Der Kontakt zwischen Maria Salviati und ihrem einzigen Kind, ihrem Sohn Cosimo I. de' Medici, war nicht abgebrochen - sie lebte in seinem Haus -. aber er war sehr schlecht.
  • S. 275: Georg von Frundsberg erlitt kurz nach dem Tod von Giovanni della Bande Nere bei Bologna einen Schlaganfall. Er lebte noch über ein Jahr bei Alfonso I. d'Este und kehrte erst am 12. August 1528 in seine Heimat, Mindelheim, zurück, wo er schließlich acht Tage später, am 20. August, verstarb.
  • S. 277: Cosimo I. de' Medici hatte 13 Kinder aus seinen zwei Ehen und drei uneheliche Kinder; in seiner zweiten Ehe mit Camilla Martelli wurde ihm noch ein Sohn geboren, der von 1570 bis 1578/80 gelebt hat.

Rezensionen von Herrn Dr. Wandruszka, Historiker und Spezialist für Bologna (Mittelalter und Genealogie), und Ryan:

Herr Dr. Wandruszka: Die Gesichter der Caterina Sforza, 25. Mai 2008: Wieder ist es der Autorin gelungen, die Biographie einer berühmten Frau der Renaissance "neu" zu schreiben durch neue Gesichter. Die Identifizierung Caterinas auf so berühmten Gemälden wie der Geburt der Venus oder in "Primavera" wirft ein ganz anderes Licht auf diese und so manche anderen Gemälde. Diese Zuschreibungen und ihre Folgen dürften notwendigerweise zu Neuinterpretationen des Verhältnisses von Auftraggeber/Künstlern bei den Fachleuten führen. Eine fruchtbare Aufgabe !

Ryan: "A superb work on history, royalty and paintings of the Renaissance", 8. Juni 2012: I 'm a great fan of Mrs. Vogt-Luerssen and I have bought every book of her. I am very interested in history, royalty and the renaissance period. I have read a lot of books concerning the renaissance. I was amazed how Mrs Vogt-Luerssen has combined her empirical research on how to relate royalty to paintings. Only the rich could afford to be painted in this period and royalty used to depict themselves on paintings as either self-portraits or as a saint. But even when they were pictured as a saint, they were vain enough to use family symbols so one could make out to which family the model belonged. Paintings were made for one reason: one should be remembered NOW and in the FUTURE. These paintings were also presented as a gift to other royal families. So it would seem to be logic that eventually one person would arise and study the family symbols and link them to paintings and with reduction and deduction can analyse who really was the sitter/model for this painting. Well the person arisen is Mrs. Vogt-Luerssen. I am always amazed how she does her analysis. With reduction and deduction and based on elaborate historical research she presents her analysis on a academic level. As a pioneer on this field she gets, like every pioneer, a lot of criticism on her works. Look beyond that and you will find that she does her work very elaborately. You will be amazed with her findings. Furthermore I have found Mrs. Vogt-Luerssen always willing to answer my emails when I have questions about her works. And on her website one can find more information about her works and the presentations she has given about her works. I find it very pity that most of her works are not translated in English. I think that by doing that, she would gain more admirers.