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Die Wettiner

Burkhard II., Dietrich I., Dedo I. und Friedrich I.

Beim frühesten männlichen Ahnherrn der Wettiner, der in schriftlichen Quellen zu finden ist, handelt es sich vermutlich um den schwäbischen Herzog Burkhard II. aus dem Geschlecht der Burkardinger, der in erster Ehe mit einer Frau aus der immedingisch-harzgräflichen Adelsgruppe verheiratet war. Ihr Name ist uns nicht bekannt. Sie gebar ihm zumindest zwei Söhne, Burkhard, der im Jahr 965 als Graf im sächsischen Liesgau erwähnt wurde, und Dietrich I.

Der Verfasser der Genealogia Wettinensis schrieb am Anfang des 13. Jahrhunderts über den Letzteren: „In den Tagen Kaiser Ottos I. lebte ein gewisser Dietrich [I.], ein Mann vornehmer (d. h. freier) Herkunft. Der zeugte zwei Söhne, die Grafen Dedo [I.] und Friedrich [I.].“ (in: Chronik vom Petersberg nebst der Genealogie der Wettiner, herausgegeben von Wolfgang Kirsch, Halle 1996, S. 231). Über Dietrichs ältesten Sohn, den Grafen Dedo I., erfahren wir vom Bischof Thietmar von Merseburg († 1018) Folgendes: „Er kommt aus dem Hause der Bukkonen [= der Burkardinger], sein Vater hieß Dietrich. Von Jugend an hatte er seinem Verwandten, dem Markgrafen Ridag, gedient und sich durch geistige und körperliche Tüchtigkeit ausgezeichnet.“ (in: Thietmar von Merseburg, Chronik VI (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 9), bearbeitet von Werner Trillmich, Darmstadt 1957, S. 50). Dedo I. erwarb im Jahr 997 die Grafenrechte im nördlichen Teil des Hassegau. Sein Ansehen konnte zudem durch die Wahl seiner Gattin, Thiedburga, der einzigen Tochter des Markgrafen Dietrich von der Nordmark, beträchtlich vermehrt werden. In seiner gewalttätigen Fehde gegen den Markgrafen Werner von der Nordmark, für die er die Hauptverantwortung trug, verlor er schließlich im Jahr 1009 sein Leben. Sein Nachfolger in seiner Herrschaft wurde sein Sohn Dietrich II. Sein jüngerer Bruder Friedrich I. starb im Januar 1017 und hinterließ nur drei Töchter. Sein Lehen Eilenburg ging daher ebenfalls an seinen Neffen Dietrich II. über.


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