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Frohe Weihnachten / Merry Christmas

Eine wunderschöne Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2018 wünscht Ihnen, meine lieben Leser und Leserinnen, Ihre Maike Vogt-Lüerssen von Downunder.

Möge das nächste Jahr für Sie mit Gesundheit, Freude, Spaß, Liebe und netten Überraschungen gefüllt sein! Ganz besonders möchte ich mich bei denjenigen bedanken, die meine Bücher und E-Books gekauft haben und mir damit ermöglichen, meiner großen Leidenschaft, der Geschichte, weiterhin nachgehen zu können.

Die Entwicklung der Menschheit

Das Zeitalter der Vögel und Säugetiere

Nach dem Aussterben der großen Dinosaurier brach schließlich im Tertiär, das den Zeitraum von vor 65,5 – 2,5 Millionen Jahren einnahm, das Zeitalter der Vögel, der Nachkommen der Dinosaurier, die die Katastrophe überlebt hatten, und der Säugetiere an, die nun beide z.T. wie die ausgestorbenen Dinosaurier enorme Größen aufweisen konnten (Abb. 10 und Abb. 11).

der bis zu 2,5 m große, flugunfähige Vogel Diatryma
Abb. 10: In Nordamerika und Europa lebte der bis zu 2,5 m große, flugunfähige Vogel Diatryma. Zu seiner Zeit waren die Säugetiere wie z.B. die Pferde in der Regel nur von geringer Körpergröße und dienten diesen Raubvögeln deshalb als Nahrung. (Werk des Künstlers Z. Burian)
die riesenhaften Nashörner der Gattung Indricotherium
Abb. 11: In Asien lebten diese riesenhaften Nashörner der Gattung Indricotherium, die eine Länge von 9 m und eine Höhe von fast 6 m aufwiesen. (Werk des Künstlers Z. Burian)
Proconsul africanus
Abb. 12a: Vor 23 bis 17 Millionen Jahren lebte der Proconsul africanus, der möglicherweise ein gemeinsamer Vorfahre von uns und den heutigen hohen Primaten war. (Werk des Künstlers Z. Burian)

Vor 35 bis 30 Millionen Jahren streiften große Gruppen von kleinen Primaten, Vertreter der Gattung Aegyptopithecus, die sich von Früchten und anderen pflanzlichen Produkten ernährten und die die Größe des heutigen Fuchses aufwiesen, durch die Regenwälder des Niltals. Vor 23 Millionen Jahren trat der Proconsul africanus auf (Abb. 12a), der vermutlich ein gemeinsamer Vorfahre von uns und den heutigen hohen Primaten war. Seit Oktober 2017 sind wir im Besitz von ungefähr 10 Millionen Jahre alten Zähnen eines Menschenaffen, die in Eppelsheim in Rheinhessen gefunden wurden und die zurzeit sämtliche Theorien, die Anthropologen und Paläontologen vor 50 Jahren bezüglich der Entwicklungsgeschichte der Hominini und des Homo sapiens aufstellten, infrage stellen. In der Tat sollten wir uns, wie Lee Berger es fordert, auf die Knochenfunde (und was diese uns zu erzählen haben) konzentrieren, anstatt weiterhin wilde Hypothesen aufzustellen und diese als "wissenschaftliche Tatsachen" zu verkaufen. Vor ungefähr 7 Millionen Jahren – laut Dr. Todd Disotell vor 6,3 Millionen Jahren – begannen wir und die heutigen Primaten, zu denen die Schimpansen, die Bonobos, Gorillas und Orang-Utans zählen, uns schließlich getrennt voneinander zu entwickeln.

Seit 2001 ist man im Besitz einer oberen Hälfte eines Schädels, der in Tschad in der Djurab Wüste gefunden wurde und den einige Paläontologen und Anthropologen für den Schädel des ältesten und primitivsten Vertreters der Hominini nach der Trennung von den hohen Primaten halten. Zu den Hominini gehören unsere Gattung Homo wie auch der Australopithecus, der Kenyanthropus, der Paranthropus und vielleicht auch der Ardipithecus und der Orrorin. Das Alter dieses ältesten Vertreters der Hominini wird auf 7 Millionen Jahre geschätzt. Da wir noch keine weiteren Fossile von ihm finden konnten, wissen wir nicht, ob dieses Wesen, das die wissenschaftliche Bezeichnung Sahelanthropus tchadensis (oder Toumaï) erhielt, sich auf allen Vieren oder bereits aufrecht fortbewegte. Die Position des Hinterhauptloches, in dem die Wirbelsäule verankert ist, lässt jedoch laut Michel Brunet auf Letzteres schließen. Sahelanthropus tchadensis wies zudem die Größe eines Schimpansen auf, hatte ein flaches Gesicht mit Überaugenwülsten und besaß menschenähnliche Zähne. Die Größe seines Gehirns entsprach noch der eines Schimpansen.

Der nächstälteste Fund, ein Oberschenkel und ein Oberarm, stammt aus Kenia. Sein Besitzer lebte vor 6 Millionen Jahren und pflegte mit Sicherheit bereits aufrecht zu gehen. Dieser schimpansengroße frühe Vertreter der Hominini, der die wissenschaftliche Bezeichnung Orrorin tugenensis erhielt, war, wie sein Oberarm zeigt, zudem noch wie die Menschenaffen ein sehr geschickter Baumkletterer.

Ardipithecus ramidus
Abb. 12b: Ein weiblicher Vertreter von Ardipithecus ramidus, der den Spitznamen "Ardi" erhielt.

In Äthiopien fand man im Jahr 1997 einen Teil eines Unterkiefers eines weiteren Vertreters der Hominini, der vor 5,8 bis 5,2 Millionen Jahren lebte und dem man zuerst die wissenschaftliche Bezeichnung Ardipithecus ramidus kadabba und seit 2004 die wissenschaftliche Bezeichnung Ardipithecus kadabba gab. Auch dieser schimpansengroße Vertreter der Hominini soll aufrecht gegangen und gleichzeitig noch ein guter Baumkletterer gewesen sein. Er lebte in üppigen Wäldern, die er zuweilen auf seiner Suche nach Nahrung, die sich hauptsächlich aus Pflanzen zusammensetzte, verließ, um zu anderen waldreichen Plätzen zu gelangen. Diese baumreichen "Inseln" befanden sich zu seiner Zeit in einer eher savannenartigen Landschaft, so dass es für ihn sehr von Vorteil war, die mit Raubtieren gefüllte Savanne aufrecht durchschreiten zu können. Über die Gräser hinweg schauend, konnte er somit viel eher seine Feinde wahrnehmen. Auch bot der aufrechte Gang weniger Angriffsfläche für die intensive Sonneneinstrahlung und ließ die Hände frei, die man zum Tragen von Nahrungsmitteln oder zum Werfen von Steinen oder Stöcken gegen vermutliche Feinde verwenden konnte. Vermutlich entwickelten Orrorin und Ardipithecus die aufrechte Körperhaltung bereits in den Bäumen, in denen sie sich, wie es heute noch die Orang-Utans tun, aufrecht hindurchhangelten. Doch gab es auch einen gravierenden Nachteil des aufrechten Ganges. Die Fortbewegung auf zwei Beinen war weitaus langsamer als die auf allen vier Gliedmaßen gewesen, so dass es für diese ersten Vertreter der Hominini wichtig war, dass sich beim Durchschreiten der Savannen zumindest einige Bäume als Zufluchtsorte in ihrer Nähe befanden. Eine andere Art dieser Gattung Ardipithecus mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Ardipithecus ramidus wurde im Jahr 1992/93 entdeckt. Sie lebte vor 4,4 Millionen Jahren. Nach der lokalen Sprache des Fundortes, dem "Afar", bedeutet ardi "Erdboden" und ramid "Wurzel". Ardipithecus ramidus bedeutet somit "Bodenaffe an der Wurzel des Menschen". Von Ardipithecus besitzen wir einen weiblichen Vertreter, dessen Skelett einschließlich des Schädels und des Beckenknochens zum großen Teil erhalten geblieben ist. Die Wissenschaftler gaben ihr den Spitznamen "Ardi". Ardi, die 1,20 m groß war und ungefähr 50 kg wog, besaß markante Wangenknochen und kleinere Eckzähne als unsere heutigen Schimpansen und verfügte ebenfalls über den aufrechten Gang (Abb. 12b). Sie lebte auf Bäumen und auf dem Boden. Sie schwang sich nicht, wie es unsere heutigen hohen Primaten tun, von Ast zu Ast, sondern ging auf den Zweigen entlang. Bis 2008 sind insgesamt 110 – 125 Knochenfragmente und Zähne von mindestens 36 weiteren Individuen von Ardipithecus ramidus geborgen worden, die allesamt das Alter von 4,4 Millionen Jahren aufweisen. Die kleineren Eckzähne auch der männlichen Vertreter von Ardipithecus ramidus zeigen, dass jene vermutlich nicht mehr über einen Harem von Weibchen verfügten, den sie vor Konkurrenten verteidigen mussten. Es hatte sich zwischen den Geschlechtern bereits die bei uns Menschen vertraute Zweierbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau entwickelt. Vermutlich starb die Gattung Ardipithecus jedoch vor ungefähr vier oder drei Millionen Jahren aus und ist somit kein direkter Vorfahre des Homo sapiens.


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