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25/08/2019

Leni Riefenstahl

Werkzeug der Propagandamaschinerie des Naziregimes

Diese sehr interessante Dokumentation berichtet über das Leben von Leni Riefenstahl, einer außergewöhnlich begabten, furchtlosen, aber auch ehrgeizigen Frau, die ihre großen Talente als Fotografin und Regisseurin ohne Bedenken dem Naziregime für deren Propangamaschinerie zur Verfügung gestellt hatte. Andererseits muss man sich als neutraler Beobachter - ich erblickte das Licht der Welt erst 1956 - fragen, wieso sind Leni Riefenstahl und Albert Speer, "der gute Nazi", von ihren Zeitgenossen nach dem Krieg so unterschiedlich behandelt worden? Albert Speer hatte wie Riefenstahl seine hohe Begabung ebenfalls dem Naziregime für dessen Propaganda bereitwillig und sehr gern zur Verfügung gestellt. Er ließ jüdische KZ-Gefangene für die Errichtung seiner gewaltigen Gebäude ohne Skrupel einsetzen. Er wusste ohne Zweifel Bescheid, wie man im Reich seines Führers mit jenen umging. Wurde Leni Riefenstahl im Gegensatz zu Albert Speer von ihren Zeitgenossen, die im Prinzip von wenigen Ausnahmen alle mitschuldig waren, zeitlebens kritisiert, weil sie eine Frau war? Luis Trenker, ein bekannter Zeitgenosse von Leni Riefenstahl, behauptete z. B., sie hätte nackt vor Hitler getanzt, was sich letztendlich in einem Gerichtsverfahren als glatte Lüge erwies. Später gab Luis Trenker selbst zu, dass er "nur einen Jux gemacht" hätte. Hätte man jemals gewagt, solche Scherze auch bezüglich Albert Speer zu machen?