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22/11/2014

Wann in der Vergangenheit das Neue Jahr begann

Die Entwicklung des Kalenders

Bei den frühen Hochkulturen der Babylonier, der Perser, der Ägypter, der Griechen und der Römer begann das Neue Jahr im März. Deshalb heißt bei uns auch heute zum Beispiel noch der September der siebte, der Oktober der achte, der November der neunte und der Dezember der zehnte Monat. Bis ungefähr 715 vor Chr. bestand der römische Kalender auch nur aus 10 Monaten. Erst um diese Zeit fügten die Römer die Monate Januar und Februar hinzu. Im Jahr 46 v. Chr. nahm schließlich der berühmte Gaius Julius Caesar im römischen Weltreich eine Kalenderreform vor. Das Jahr sollte nun am 1. Januar anstatt am 1. März anfangen. Aber neben diesem Kalender gab es noch immer den alten „religiösen Kalender“, der vom 1. März bis zum letzten Tag im Februar währte. Die Römer und Römerinnen zur Zeit der großen Politikerin und Kaiserin Agrippina der Jüngeren (16-59 n. Chr.) feierten das „Neujahrsfest“ daher immer noch am 1. März, an dem die Vestalinnen in ihrem Tempel ein neues Feuer entzündeten und die Bürger ihre Haustüren mit frischem Lorbeer behingen und an dem man seine Liebsten mit Schmuckdosen, Spielwürfeln, Medaillen oder Öllämpchen beschenkte, die mit der Aufschrift: „Annum faustum felicem tibi“ – ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr wünschten.

Im Jahr 567 n. Chr. änderte sich der Beginn des Jahres erneut. Nun durch die sehr mächtige Katholische Kirche, die im Konzil zu Tours den Neujahrstag vom 1. Januar wieder auf den 25. März verlegte. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verschoben die einzelnen Länder des Abendlandes nach und nach den Jahresbeginn wieder auf den 1. Januar, wie wir ihn im Allgemeinen im Gregorianischen Kalender vorfinden.

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Agrippina die Jüngere – Die große römische Politikerin und ihre Zeit

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