Die Welt der Insekten
Was Sie schon immer fragen wollten
Wenn Sie oder Ihre Kinder und Enkelkinder sich wie meine Enkelin Skye und ich für Insekten interessieren, möchte ich Ihnen zwei Bücher besonders ans Herz legen, die u. a. von meiner Freundin, Prof. Dr. Hannelore Hoch, geschrieben wurden und so viele faszinierende und bemerkenswerte Fakten vermitteln:
1. Hannelore Hoch und Ekkehard Wachmann: Insekten - Was Sie schon immer fragen wollten. Wiebelsheim 2022
2. Hannelore Hoch: Heimische Insekten - ganz nah. Wiebelsheim 2024.
Wussten Sie zum Beispiel:
dass Insekten wechselwarme Tiere sind? Ihre Körpertemperatur schwankt nämlich in Abhängigkeit von der Außentemperatur.
"Starke jahreszeitliche Temperaturschwankungen stellen Insekten vor vielfältige Herausforderungen ... Einige Arten verbringen die kalte Jahreszeit sogar in menschlichen Behausungen, wie z. B. Marienkäfer, Schmetterlingsarten wie z. B. das Tagpfauenauge und Netzflügler. ... Das größte Problem für den Stoffwechsel bei Umgebungstemperaturen unter 0°C ist die Bildung von Eiskristallen innerhalb von Zellen, was zum Absterben von Geweben führen kann. Zahlreiche Arten haben daher Mechanismen entwickelt, die einen wirksamen Kälteschutz bieten. So wird z. B. Wasser ausgeschieden, und die Tiere verfallen in eine Trockenstarre. Außerdem produzieren manche Arten bei sinkenden Temperaturen bestimmte Proteine oder andere kristalline Substanzen, wie z. B. Harnstoff, die eine kontrollierte Eiskristallbildung außerhalb der Zellen befördern, u. a. in der Hämolymphe, den Malpighischen Gefäßen oder im Darmkanal. Ein weiterer wirksamer Kälteschutz ist das Einlagern von Glycerin oder ähnlichen Substanzen in Zellen und in der Hämolymphe, die den Gefrierpunkt bis weit unter 0°C absenken. So können Zitronenfalter, die als adulte Tiere überwintern - frei in Büschen und Sträuchern aufgehängt -, Temperaturen bis zu -20°C überleben." (in: Hannelore Hoch und Ekkehard Wachmann: Insekten - Was Sie schon immer fragen wollten, ebenda, S. 36).
Es gibt so viele Fragen, die dieses Buch uns beantwortet wie z. B.: "Sehen Insekten dasselbe wie der Mensch? Können Insekten Farben sehen? Was sehen Insekten, was Menschen nicht sehen können? Können Insekten lernen? Schlafen Insekten eigentlich? Warum kann die Fliege an der Decke laufen? Gibt es Fallschirmspringer unter den Insekten? Wie schnell und wie weit können Insekten fliegen? Wie trinken Insekten Blut und Pflanzensaft? Welche Jagdmethoden wenden räuberische Insekten an? Fressen Insekten auch Wirbeltiere? Wie lange können Insekten ohne Nahrung auskommen? (Bettwanzen kommen bei niedrigen Temperaturen mehr als ein Jahr ohne Blutmahlzeit aus!) Betreiben Insekten Ackerbau? Machen Insekten Hochzeitsgeschenke? Wie alt können Insekten werden? Warum halten Ameisen Sklaven?" Im Buch "Hannelore Hoch und Ekkehard Wachmann: Insekten - Was Sie schon immer fragen wollten" werden 222 Fragen über die Insekten beantwortet!
P.S.: Es gibt so viele unglaubliche Fakten über die Insekten in diesem Buch. Ich möchte Ihnen noch Folgendes vorlesen: "Wasserkäfer der Art Regimbarta attenuata ... aus den Nassreisfeldern Japans werden häuig von Fröschen gefressen. Allerdings sind sie unempfindlich gegenüber den Magensäften der Amphibien, bewegen sich aktiv durch den Darm und verlassen den Frosch lebend - durch seinen After. Die 'Darm-Passage' dauert nur wenige Stunden und ist damit wesentlich kürzer als der normale Verdauungsvorgang, der ca. 60 Stunden in Anspruch nimmt." (S. 226).
Im 2. Buch, "Hannelore Hoch: Heimische Insekten - ganz nah", lernen Sie 111 Insekten kennen, denen Sie bei einem Spaziergang im Grünen oder in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon begegnen können. Jedes Insekt erhielt in diesem Buch ein Bild und wird eingehend beschrieben. Zudem erfahren Sie, wo und wie jene leben und ob sie für uns Menschen nützlich oder eher schädlich sind. So erfahren wir über das Silberfischchen z. B. Folgendes: "Sie ernähren sich von organischen Substanzen, wie z. B. Stärke und Zucker, aber auch von Hautschuppen, Haaren, Hausstaubmilben, Schimmelpilzen. Silberfischchen sind harmlos, können aber bei Auftreten in großen Dichten lästig werden, da sie Bücher, Gemälde und Tapeten beschädigen." (S. 25). Über die Mehlwürmer, also die Larven der Mehlkäfer, erfahren wir: "Mehlwürmer werden als Futter für insektenfressende Vögel massenhaft gezüchtet. Seit 2021 sind Mehlwürmer als 1. Insekt in der Europäischen Union sogar als Lebensmittel zugelassen und finden als Snack und Zutat in Protein- und Pastaprodukten sowie in Keksen Verwendung. Sie sollten jedoch nicht roh verzehrt werden, da sie als Zwischenwirt des Zwergbandwurms dienen, der auch Menschen infizieren kann. Mehlwürmer sind in der Lage, Plastik zu verwerten; sie verzehren und zersetzen z. B. Polystyrol zu Kohlendioxid und verrottbarem Kot. Dieser gilt als wertvoller organischer Dünger ..." (S. 92). Zu guter Letzt muss ich Ihnen noch über mein persönliches Lieblingsinsekt, die Dunkle Erdhummel, Folgendes aus dem Buch vorlesen: "Im Nest baut die Jungkönigin die erste Wabe und legt eine Anzahl Eier ab. Die daraus schlüpfenden Larven werden mit Pollen gefüttert; ein Pheromon der Königin bewirkt, dass sich aus der Brut Arbeiterinnen entwickeln. Anschließend wird das Nest erweitert, und das Volk kann bis auf 500-600 Tiere anwachsen. ... Gegen Ende der Brutphase nimmt der Einfluss des Königin-Pheromons ab; wenn gleichzeitg ausreichend Nahrung vorhanden ist, entwickeln sich aus den später abgelegten Eiern neue Königinnen, und Arbeiterinnen legen nun selbst (unbefruchtete) Eier, aus denen sich Männchen entwickeln." (S. 120-121). Das Buch von Prof. Dr. Hannelore Hoch ist gefüllt mit so vielen faszinierenden Fakten aus der Welt der Insekten. Belohnen Sie sich einmal selbst durch den Kauf dieser hochinteressanten Bücher!