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Frohe Weihnachten / Merry Christmas

Eine wunderschöne Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2023 wünscht Ihnen, meine lieben Leser und Leserinnen, Ihre Maike Vogt-Lüerssen von Downunder.

Möge das nächste Jahr Ihnen Gesundheit und viel Liebe schenken. Ganz besonders möchte ich mich bei denjenigen bedanken, die meine Bücher und E-Books gekauft haben und mir damit ermöglichen, meiner großen Leidenschaft, der Geschichte, weiterhin nachgehen zu können.

Begegnungen mit Zeitgenossen der Renaissance

Jean Fouquet: Bildnis des ferraresischen Hofnarren Gonella, um 1445

Der ferraresische Hofnarr Gonella
Der ferraresische Hofnarr Gonella, um 1445

Die Zeit der Narren

Sir Thomas More, 1527
Abb. 25: Sir Thomas More, 1527

Gonella, der berühmteste Hofnarr des 15. Jahrhunderts, lebte am Hofe des Markgrafen Niccolò III. von Este († 1441) zu Ferrara. Im 16. Jahrhundert waren die Narren besonders beliebt. Adlige, Kleriker und reiche Bürger besorgten sich Liliputaner, Zwerge, Verwachsene oder andere „Attraktionen“, die einerseits die Spaßmacherrolle übernehmen mußten, andererseits wiederum auch allein das Recht besaßen, ungehindert und straffrei die Wahrheit auszusprechen. Am französischen Hofe Heinrichs IV. († 1610) und seines Sohnes, Ludwig XIII. († 1643), z.B. kostümierte sich der weibliche Hauptnarr als Amazone und kommentierte in dieser Aufmachung die politischen und religiösen Angelegenheiten Frankreichs und der Welt. Selbst Sir Thomas More (Abb. 25) besaß einen Hausnarren namens Henry Patenson, der auch gleichzeitig „Mädchen für alles“ war.

Anna von Dänemark (1532-1585), die Kurfürstin von Sachsen, liebte wie alle ihre hohen adligen Zeitgenossen kleinwüchsige Menschen über alles. Hierzu lesen wir Folgendes: "Anna insbesondere scheint eine wahre Leidenschaft für Zwerge gehabt zu haben, und wo sie nur von einem solchen Ungethüm hörte, scheute sie weder Mühe noch Kosten, es in ihre Nähe zu ziehen, nur ganz Mißgestaltete wünschte sie nicht in ihrer Umgebung." Aber nicht jeder oder jede war bereit, die Herzogin zu "belustigen". "Eine aus Dänemark erlangte Zwergin, Zwonnike, wollte nichts gut thun, sie 'ließ sich die Zucht, darin sie gehalten worden, nicht zur Witzung dienen'. Anna sendete sie daher mit der Bemerkung: 'wir befinden, daß es wenig Frucht gewirkt und ist da, wie man sagt weder Haut noch Haar gut', nach Dänemark zurück, 'daß man sie dort fest und hart halte. (1. Mai 1576)." (in: Karl von Weber: Anna Churfürstin zu Sachsen, geboren aus königlichem Stamm zu Dänemark. Ein Lebens- und Sittenbild aus dem sechszehnten Jahrhundert, Leipzig 1865, S. 209/213)


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