Die Frauen der Sforza I: Bianca Maria Visconti – Die Stammmutter der Sforza
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Diese Altartafel, erstellt von Margarito von Arezzo um 1265, ist die Älteste, auf denen ich die dargestellten Heiligen mit den Gesichtszügen von Mitgliedern der Visconti entdecken konnte. So trägt der Heilige Johannes der Evangelist die Gesichtszüge des berühmten Großonkels von Matteo I., des mailändischen Erzbischofs Ottone Visconti (1207-1295).
"Die sehr intelligenten, stolzen und selbstsicheren Visconti sahen in Anchises, dem hübschen Helden der griechischen und römischen Sagenwelt, der ein Sohn des Königs Kapys von Dardania (am asiatischen Ufer der Dardanellen) und der Geliebte der Göttin Aphrodite bzw. Venus war, die er sogar schwängerte, ihren Stammvater. Dies tat übrigens auch der berühmte römische Feldherr, Politiker und Geschichtsschreiber Gaius Julius Caesar († 44 v. Chr.)." (in: Maike Vogt-Lüerssen: Die Frauen der Sforza I: Bianca Maria Visconti – Die Stammmutter der Sforza, ebenda, S. 13).
"Unter Ottone Visconti als Erzbischof von Mailand wurden Bianca Marias väterliche Vorfahren die mächtigsten, reichsten und angesehensten Adligen Italiens. Sie hatten die finanziell und wirtschaftlich günstige Lage Mailands sogleich zu ihrem Vorteil ausgenutzt, um ihre Herrschaft zu festigen und abzusichern. Die Lombardei war schließlich eines der reichsten kaiserlichen Lehen des Abendlandes. Durch die Herstellung von einzigartigen Waffen und Rüstungen und der Produktion der besonders beim Adel begehrten Stoffe wie Seide, Satin, Samt und Brokat und die fruchtbaren Felder, die reichlich an Nahrungsmitteln erzeugten, entsprachen die Einnahmen in Mailand denen des gesamten Königreiches von England. Als hervorragende Politiker verstanden die Visconti es zudem, auch ohne den Einsatz von Waffen ihre Herrschaft zu vergrößern. Was ihre Mitmenschen, ob adlig, geistlich oder bürgerlich, von ihnen dachten, interessierte sie nicht im Geringsten. Da sie in Mailand keine zweite Macht neben der Ihrigen duldeten, blieben schwere Konflikte mit der Kirche bzw. den Päpsten nicht aus. Jeder ihrer Untertanen, ob weltlich oder geistlich, hatte sich allein ihrem Willen zu fügen. Mailändische Kleriker oder Mönche, die im Streitfall mit den Visconti glaubten, beim Papst Unterstützung finden zu können, mussten schon bald feststellen, dass Letzterer im Reiche der Visconti nichts zu sagen hatte. Der Großneffe des mailändischen Erzbischofs Ottone Visconti, der hochintellektuelle Matteo I. (1250-1322), wagte es sogar, nicht nur die Auferstehung von Jesus Christus anzuzweifeln, sondern stellte auch das Recht der Kirche, „Unsittlichkeit“ zu verbieten, infrage." (in: Maike Vogt-Lüerssen: Die Frauen der Sforza I: Bianca Maria Visconti – Die Stammmutter der Sforza, ebenda, S. 13-15).
"Der Heilige Apostel Petrus:
Der Heilige Apostel Petrus gehörte schon seit Beginn der Herrschaft der Visconti in Mailand zu deren Lieblingsheiligen. Besonders Matteo I. Visconti (1250-1322) lieh diesem Heiligen sehr häufig seine Gesichtszüge. Dieser Tradition blieben die Sforza treu. Der Heilige ist daher auf den Altartafeln und Fresken von Francesco Sforza und Bianca Maria Visconti und deren Nachfahren ebenfalls sehr oft zu finden." (in: Maike Vogt-Lüerssen: Die Frauen der Sforza I: Bianca Maria Visconti – Die Stammmutter der Sforza, ebenda, S. 205-207).
Matteo I. Visconti hatte mit seiner Gattin Bonacosa († 1321), einer Tochter von Squarcino Borri, folgende zehn Kinder: 1. Floramonda († 1321), Gattin von Guido Mandelli, dem Grafen von Maccagno; 2. Galeazzo I. (1277-1328); 3. Caterina († um 1305), Gattin von Alboino I. della Scala († 1311), dem Herrn von Verona; 4. Zaccarina († 1328), Gattin von Ottone Rusconi, dem Herrn von Como; 5. Marco († 1329); 6. Giovanni (1290-1354), Erzbischof von Mailand; 7. Luchino I. (1292-1349); 8. Stefano († 1327); 9. Agnese, Gattin von Cecchino della Scala, dem Herrn von Verona; und 10. Achilla, Gattin von Guglielmo della Pusterla. Außerdem besaß Matteo noch einen unehelichen Sohn, Antonio († nach 1339).

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Die Frauen der Sforza II: Caterina Sforza - Die Amazone der Sforza und die Muse von Botticelli
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