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Vielen Dank / Many Thanks

Vielen Dank, meine lieben Leser und Leserinnen, dass Sie mir durch den Kauf meiner Bücher helfen, meine Geschichtsstudien weiterführen und das Betreiben dieser Webseite finanzieren zu können. Sie können meine Bücher übrigens durch Amazon weltweit, z. B. in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, den USA, Australien und in Japan, erwerben. Das obige Foto von mir stammte aus dem Jahr 1970. Die Disziplin Geschichte war schon immer meine große Leidenschaft.

Thank you so much, my dear readers, for helping me to continue my historical studies and to finance this website by purchasing my books. By the way, you can buy my books worldwide through Amazon, for example in Germany, Great Britain, France, Italy, the USA, Australia, and Japan. The photo above was taken in 1970. History has always been my great passion.

Maike Vogt-Lüerssen: Die Entwicklung der Menschheit

Lebensformen vom Kambrium bis zur Kreidezeit

Im Kambrium, also vor 538,8 - 485,4 Millionen Jahren (laut der ICS, Stand: Jahr 2023), entfalteten sich die Wirbellosen. Es war die Zeitepoche besonders der Arthropoden wie z.B. der Trilobiten und auch der Stachelhäuter (Abb. 4).

Im Ordovizium (vor 485,4 - 443,8 Millionen Jahren) traten mit den kieferlosen Panzerfischen die ersten Wirbeltiere auf. Im oberen Ordovizium (vor 458,4 – 443,8 Millionen Jahren) kam es jedoch auf unserem Planeten erneut zu einem Massenaussterben, denn etwa 50% der damaligen Tier- und Pflanzenarten im Meer starben aus. Einige Astrophysiker bringen diese Katastrophe mit einer erdnahen Supernova Explosion in Verbindung. Die Gammastrahlen der Supernova sind nämlich in der Lage, die Ozonschicht der Erde komplett zu zerstören. Hiermit war unser Planet vollkommen der gefährlichen UV-Strahlung aus dem Weltall ausgesetzt. Das Silur (vor 443,8 - 419,2 Millionen Jahren) zeichnete sich durch viele Korallenriffe, die ersten Festlandpflanzen wie die Schachtelhalme, Bärlappgewächse und Farne und die ersten kiefertragenden Fische aus.

Algen, Quallen, Trilobiten, Armfüßler
Abb. 4: Lebensformen im Kambrium: Neben Algen und Quallen sind noch die Trilobiten, die Dreilappkrebse, deren Panzer in Längs- und Querrichtung dreigeteilt ist und die nur entfernt mit unseren Krebsen verwandt sind, und die gestielten Stachelhäuter, die den späteren Seelilien ähneln, aber einer längst ausgestorbenen eigenen Gruppe angehören, zu sehen. Bei den Lebensformen im rechten Vordergrund, die äußerlich unseren Muscheln ähneln, mit diesen aber nicht verwandt sind, handelt es sich um Armfüßler, deren Körper in Schalen eingeschlossen ist. (Werk des Künstlers Z. Burian)
Ichthyostega
Abb. 5: Die 90 cm lange Amphibie Ichthyostega, die im Spät-Devon auf Grönland vorkam (Werk des Künstlers Z. Burian).

Das Devon (vor 419,2 - 358,9 Millionen Jahren) wies die ersten baumgroßen Pflanzen, die ersten Insekten, den Quastenflosser und die ersten Amphibien auf (Abb. 5); im Karbon (vor 358,9 - 298,9 Millionen Jahren) gab es die ersten großen Wälder, die den Grundstock für gewaltige Torflager und die heutigen Steinkohlenvorkommen bildeten, die ersten Nacktsamer (zu denen z.B. die Tanne, Fichte und Kiefer zählen), Riesenlibellen mit 80 cm Flügelspannweite und die ersten Reptilien.

Im Perm (vor 298,9 - 251,9 Millionen Jahren), das sich durch seine großen Reptilien auszeichnete, ereignete sich auf der Erde jedoch erneut eine Katastrophe. In diesem Fall kam der Anlass wieder aus dem Weltall. Denn vor 250 Millionen Jahren stürzte ein riesiger Komet oder ein Asteroid, dessen Größe auf 6 bis 11,9 km geschätzt wird, auf unseren Planeten ein. Eine der dramatischsten Folgeerscheinungen war ein Vulkanismus auf Erden, der allen vorherigen und späteren bei weitem übertraf. So soll allein in Sibirien in weniger als einer Million Jahren aufgrund dieses Einschlages mehr als 1,6 Millionen km2 Lava produziert worden sein, mit der die gesamte Erde mit einer Schicht von 3,05 m hätte bedeckt werden können. Die durch den Vulkanismus angestiegene Temperatur auf unserem Planeten führte schließlich noch zur Freisetzung von Methan, das bisher im Boden und im Meer gebunden war, in die Atmosphäre, was letztendlich zu einer extremen klimatischen Veränderung (um 10 Grad Celsius!) führte. In den nächsten 80.000 Jahren hatte dieser große Temperaturanstieg ein Aussterben von 90% aller Meeresbewohner und von 70% aller Landbewohner – Pflanzen und Tieren gleichzeitig – zur Folge. Wie Wissenschaftler mittlerweile vermuten, gab es in den letzten 600 Millionen Jahren Erdgeschichte mehr als 60 Meteoriten mit Durchmessern über 5 km, die auf unseren Planeten stürzten. Selbst die kleinsten von diesen sollen noch 100 km breite Krater verursacht haben (Abb. 6).

In der Trias (vor 251,9 - 201,4 Millionen Jahren) entwickelten sich die Reptilien, die die Katastrophe im Perm überlebt hatten, weiter. Ein Zweig von ihnen spaltete sich vor rund 230 Millionen Jahren in zwei Linien auf. Die eine brachte später unter anderem die Krokodile hervor, die andere die Dinosaurier und Flugsaurier und die Vögel. In dieser Zeitepoche traten auch die ersten Säugetiere auf (Abb. 7). Schauen Sie sich unbedingt folgende hervorragende Vorträge von Elsa Panciroli und Julien Benoit an: Beasts before us: The Untold Story of Mammal Evolution und When mammals were reptiles.

Sauroctonus
Abb. 6: Der Sauroctonus wies bereits ein mächtiges, differenziertes Gebiss auf und wird eines der großen Raubtiere des Perms gewesen sein. (Werk des Künstlers Z. Burian)
Triconodon
Abb. 7: Gegen Ende der Trias gibt es die ersten primitiven Säugetiere wie hier z.B. eines der Gattung Triconodon. Die Säugetiere in dieser Zeitepoche waren im Allgemeinen klein und entsprachen ihrer Größe nach unseren Ratten. Ihre Nahrung bestand hauptsächlich aus Insekten. Überdies lebten sie überwiegend in den Bäumen. Um den fleischfressenden Dinosauriern zu entgehen, jagten die meisten von ihnen während der Nacht. Aber es gab bereits auch schon oppossumgroße Säugetiere, die Jagd auf kleine Dinosaurier machten. Im Unterschied zu unseren heutigen Säugetieren (mit Ausnahme des Schnabeltieres und des Ameisenigels, die beide in Australien vorkommen), waren die Säugetiere in der Trias allerdings noch nicht lebendgebärend. Wie die sie umgebenden Reptilien legten sie ebenfalls Eier. (Werk des Künstlers Z. Burian)

In dem Jura (vor 201,4 - ungefähr 145 Millionen Jahren) herrschten die Dinosaurier vor. Obendrein entwickelten sich in diesem Erdzeitalter die bereits erwähnten Flugreptilien (Abb. 8), die bis zu 12 m Flügelspannweiten aufwiesen, die ersten Knochenfische und die ersten primitiven Vögel.

Der Flugsaurier Pterodactylus
Abb. 8: Der Flugsaurier Pterodactylus, der in dem Oberjura und in der Unterkreide in Europa und Ostafrika vorkam, jagte vermutlich Fische und Insekten. Die Nacht verbrachte er an Felsen und Ästen hängend. (Werk des Künstlers Z. Burian)
Der Raubdinosaurier Tarbosaurus bataar
Abb. 9: Der Raubdinosaurier Tarbosaurus bataar war mit seiner Länge von 14 Metern und seiner Höhe von 6 Metern größer als der uns bekanntere Tyrannosaurus rex mit seiner Länge von 12 Metern bzw. seiner Höhe von etwa 5 Metern. Aber auch er war nicht der größte Raubdinosaurier auf Erden. Selbst der Gigantosaurus, der noch im Jahr 2003 mit seiner Länge von 24 Metern und seiner Höhe von fast 10 Metern zum „König der Raubsaurier“ erklärt worden war, musste im Jahr 2007 seinen Platz an den Mapusaurus roseae, der eine Höhe von 12,5 Metern aufwies und um die fünf Tonnen wog, abtreten (Werk des Künstlers Z. Burian)

Gegen Ende der Kreidezeit, einer Zeitepoche, die vor ungefähr 145 - 66 Millionen Jahren währte und in der die ersten Laubhölzer (die Bedecktsamer) auftraten, löschte ein weiterer Asteroid oder Komet, dessen Größe auf 10 bis 14 km geschätzt wird und der vermutlich zu einer massiven Vulkaneruption im heutigen Indien führte, erneut einen großen Bestand der Tier- und Pflanzenwelt aus. Dieses Mal traf es besonders die großen Dinosaurier (Abb. 9). Welche Folgen der Einsturz des Asteroiden oder Kometen vor 66 Millionen Jahren hatte, schildern sehr anschaulich David A. Kring und Daniel D. Durda: „Beim Einschlag zerplatzte der Himmelskörper, verdampfte ein Stück der Erdkruste und erzeugte eine gigantische Trümmerwolke. Die Glutwolke stieg mit zunehmender Geschwindigkeit aus dem Krater auf und raste durch die Atmosphäre. Sie führte Quarzkristalle mit, die noch wenige Augenblicke zuvor zehn Kilometer unter der Erdoberfläche geruht hatten. Die Wolke schwoll auf einen Durchmesser von 100 bis 200 Kilometern an, bahnte sich ihren Weg in den Weltraum und expandierte, bis sie schließlich die gesamte Erde umhüllte. Dann begann das Material unter dem Einfluss der Schwerkraft zurückzufallen und durchstieß die Atmosphäre mit fast der gleichen Energie, mit der es ... aufgestiegen war. Bei Geschwindigkeiten von 7.000 bis 40.000 Kilometern pro Stunde erhellten die Partikel den Himmel wie Billionen Meteore und erhitzten einen Großteil der Atmosphäre auf mehrere hundert Grad ... Beim Wiedereintritt heizte der kosmische Schutt die Atmosphäre so stark auf, dass an den unterschiedlichsten Orten Flächenbrände ausbrachen ... Die Flammen fraßen nicht nur die Wälder, sondern erzeugten auch extreme Luftverschmutzung. Der Ruß der Brände und der vom Einschlag aufgewirbelte Staub trübten den Himmel über den gesamten Planeten. Das genaue Ausmaß der Verdunklung bleibt ungewiss, aber einigen Berechnungen zufolge wurde es am Boden so finster wie in einer lichtlosen Höhle.“ (in: David A. Kring und Daniel D. Durda: Der Tag, an dem die Erde brannte, S. 48-55, in: Spektrum der Wissenschaft Februar 2005, S. 50-52). Dass diesem Inferno überhaupt etwas entgehen konnte, lag an der ungleichen Verteilung des Feuers. So entgingen der äußerste Norden Europas und Nordamerikas den schlimmsten Verwüstungen. „Der Wiedereintritt der Trümmer in die Atmosphäre dauerte Tage, der Staub hielt sich in der Stratosphäre mehrere Monate und schwefelsaurer Regen fiel jahre- und jahrzehntelang. Was das Leben rettete, war seine Vielfalt. Zwar gingen viele Arten und unzählige Einzelorganismen verloren, doch einige überlebten und vermehrten sich. Der Einschlag schuf ökologische Nischen für die Evolution der Säugetiere, die schließlich zur Entwicklung unserer eigenen Spezies führte.“ (in: David A. Kring und Daniel D. Durda, ebenda, S. 55). Das Wort oder die Bezeichnung "Dinosaurier" gibt es übrigens seit 1842.

Der Schädel des Triceratops prosus
Abb. 9a: Der Schädel des Triceratops prosus mit seinen drei charakteristischen, bis zu einem Meter langen knöchernen Hörnern, mit denen er sich gegen Raubsaurier verteidigte, und dem mächtigen Nackenschild, der ihn vor Genickbissen schützte (Senckenberg Naturmuseum, Frankfurt am Main)
Rekonstruktion des Urvogels Archaeopteryx
Abb. 9b: Rekonstruktion des Archaeopteryx, des gefiederten Dinosauriers auf dem Weg zum Vogel (Senckenberg Naturmuseum, Frankfurt am Main)

Lese-/Videotipps:

Besonderer Lesetipp und Ausflugstipp:

  • Hannelore Hoch und Ekkehard Wachmann: Insekten - Was Sie schon immer fragen wollten. 222 Antworten für Neugierige. Wiebelsheim 2022 (sehr interessantes Buch mit wunderschönem Bildmaterial!): Die Insekten im engeren Sinne sind aus den Krebstieren (Crustacea) hervorgegangen: "Die ältesten gesicherten Fossilfunde von Hexapoden [Urinsekten und Insekten im engeren Sinn] sind Collembolen (Springschwänze) ..., ca. 400 Millionen Jahre alt, aus dem Unterdevon von Rhynie, Schottland ... Nach Schätzungen aus neueren molekularen Analysen scheint es jedoch möglich, dass die Abspaltung der Hexapoden von den Krebstieren bereits schon im Kambrium oder Ordovizium, ca. 100 Millionen Jahre früher, erfolgte. Allerdings begann die Diversifizierung der Hexapoda erst im Silur oder Devon, etwa zeitgleich mit der Landbesiedlung durch Spinnentiere und Tausendfüßer, und dem Auftreten der ersten Landpflanzen. Die ältesten geflügelten Insekten sind aus dem jüngsten Unterkarbon bekannt ... ca. 324 Millionen Jahre alt. ... Die Arthropoden entwickelten sich im Meer, wie durch eindeutig marine kambrische, etwa 500 Millionen Jahre alte Fossillagerstätten in Kanada (Burgess) und China (Chengjiang) belegt ist. ... Die Stammart der Hexapoda besiedelte das Land entweder direkt von marinen Vorgängern, oder über Süßwasser, je nachdem, welche Krebstiergruppe die nächsten Verwandten der Hexapoda darstellt. ... Der Besitz eines leichten, flexiblen und wasserdichten Exoskeletts ermöglichte den Übergang von einer marinen zu einer terrestrischen Lebensweise, da es einen wirksamen Schutz vor Austrocknung des Körpers bietet." (S. 40-41/66).
  • Stephen Jay Gould: Wonderful life: The Burgess Shale and the nature of history. London 2000 (wunderschönes Bildmaterial!)
  • Ausflugstipp: Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt

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