Die Herkunft und Verwendung des Weihnachtsbaumes ist heidnischen Ursprungs. "Bereits die alten Griechen, Römer und Germanen schmückten ihre Häuser zur Winterzeit mit immergrünen Zweigen. Die ersten Berichte über den Christbaum stammen von 1419 aus Freiburg, wo Bäcker zu Weihnachten einen Baum mit Süßigkeiten behängten, den die Kinder am Neujahrstag plündern durften. ... Ab 1521 steht in vornehmen Familien in Schlettstadt (Elsass) der Weihnachtsbaum. Aus dem Jahr 1535 ist überliefert, dass in Straßburg kleine Buchsbäume, Stechpalmen und Eiben verkauft wurden, die aber noch ohne Kerzen in den Stuben aufgehängt wurden. Anschließend waren es offenbar die Zünfte, die zur Weihnachtszeit in ihren Zunfthäusern ein immergrünes Bäumchen aufstellten oder -hängten. 1605 wird, wieder aus dem Elsass, berichtet, dass die Tannenbäume, (auch Gabenbaum oder Bescherbaum) mit Rosen aus farbigem Papier, Äpfeln, Oblaten, Zuckerwerk usw. geschmückt wurden. Aus Schlesien stammt schließlich der gesicherte Bericht eines ersten mit Kerzen geschmückten Weihnachtsbaumes, den die Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien 1611 schmücken ließ. Im 18. Jahrhundert begann sich der Christ- oder Weihnachtsbaum in einigen Gegenden (jetzt auch mit Kerzen) durchzusetzen. Vom eher protestantischen Norddeutschland aus verbreitete sich der Weihnachtsbaum zunächst nach Süddeutschland und Österreich, danach auch nach Frankreich, England, Italien usw. aus. Für die weltwelte Ausbreitung des Weihnachtsbaumes waren vor allem die Aussiedler und der durch Heirat international verknüpfte deutsche Adel verantwortlich, die den Weihnachtsbaumbrauch als Erinnerung an ihre deutsche Heimat in alle Welt mitnahmen und dort dann etablierten [siehe: Die deutsche Prinzessin Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz (1744-1818)]." (in: Eike Jablonski (Hg.): Bäume - Was Sie schon immer fragen wollten, Wiebelsheim 2025, S. 248-249).
18/05/2026