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16/06/2021

Fünf Fragen an die Autorin des Buches „Die Frauen des Hauses Tudor“, Maike Vogt-Lüerssen, bezüglich der englischen Königin Elisabeth I. (1533-1603) (2)

2. Frage: Welche Rolle nimmt Elisabeth I. unter den 21 Frauen des Hauses Tudor ein?

Sie ist die Bekannteste unter den 21 beschriebenen Frauen. Unter anderem dank der Verlage, denn die geben selbstverständlich nur Bücher heraus, von denen sie wissen, dass sie mit diesen Profit machen werden. Und bei einer Biografie über Elisabeth I., egal ob es schon über 20 oder mehr von diesen gibt, kann man ziemlich sicher sein, dass sie verkauft wird. Wer kauft schon eine Biografie über Margaret Douglas oder Arbella Stuart? Wer kennt diese Frauen aus dem Hause Tudor?

Elisabeth I. weckt zudem als Königin von England und als Mitglied der berüchtigten Tudorfamilie bei möglichen Lesern und Leserinnen ein weitaus größeres Interesse. Sie war eine erfolgreiche und sehr beliebte Herrscherin, die ihrer Zeit sogar ihren Namen gab: das Elisabethanische Zeitalter oder auch das Goldene Zeitalter der englischen Geschichte.

Aber sie ist nicht die einzige hervorragende Politikerin ihrer Familie. Ich habe sie benutzt, um eventuelle Käufer für mein Buch „Die Frauen des Hauses Tudor“ zu interessieren. Man wird hier eine Biografie über Elisabeth I. finden und zusätzlich ihre hochintelligenten Verwandten kennenlernen wie z. B. ihre Urgroßmutter Margaret Beaufort, die Königsmacherin, ohne die es die Tudor-Dynastie nie auf den englischen Königsthron geschafft hätte, oder Jane Grey, Elisabeths nahe Verwandte, die älteste Tochter ihrer Cousine Frances Brandon, die leider nur neun Tage regieren durfte.

Margarete Beaufort war übrigens wie ihre Urenkelin Elisabeth keine große Esserin. Und wie jene beschrieben ihre Zeitgenossen sie als hochintelligent, von schneller Auffassungsgabe, als sehr belesen und sprachgewandt und als eine große Politikerin und Diplomatin. Sie war von sehr kleiner Statur und zierlich und trotzdem eine Autoritätsperson, die Achtung verlangte. Alle ihre Untertanen hatten Respekt und Furcht vor ihr!

Jane Grey war von Eduard VI. zu seiner Nachfolgerin bestimmt worden, da sie wie er eine starke Verfechterin des Protestantismus war. Sie war in seinen Augen die einzige Alternative zu seiner erzkatholischen Halbschwester Maria Tudor, aber sie fand keine Unterstützung bei den Engländern auf dem Lande und regierte nur neun Tage, vom 9. bis zum 19. Juli 1553. Obwohl sie nur widerwillig den Thron bestiegen hatte – sie war hierzu von ihrem Schwiegervater und Vater gezwungen worden – , und sie Maria Tudor sofort nach ihrer Entmachtung als Königin von England anerkannt hatte, forderten deren spanische und kaiserliche Ratgeber die Hinrichtung der kleinen (1,52 m), zierlichen Frau am 12. Februar 1554, denn Maria Tudor hatte sich innerhalb weniger Monate bei ihren Untertanen durch ihre Heirat mit dem spanischen König Philipp II. und ihre Rekatholisierung Englands sehr unbeliebt gemacht, und Jane Grey war dadurch eine sehr ernstzunehmende Rivalin um den Thron geworden.

Nun auch als Buch
Buch Cover: Die Frauen des Hauses Tudor

Die Frauen des Hauses Tudor – Das Schicksal der weiblichen Mitglieder einer englischen Königsdynastie

als Buch bei amazon.de: 552 Seiten, mit Stammtafeln und 292 sw Bildern, Independently published, 1. Auflage, ISBN 978-1-9768-8527-3, € 31,84 (großes Buchformat: 21 x 27 cm)

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