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Frohe Weihnachten / Merry Christmas

Eine wunderschöne Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2018 wünscht Ihnen, meine lieben Leser und Leserinnen, Ihre Maike Vogt-Lüerssen von Downunder.

Möge das nächste Jahr für Sie mit Gesundheit, Freude, Spaß, Liebe und netten Überraschungen gefüllt sein! Ganz besonders möchte ich mich bei denjenigen bedanken, die meine Bücher und E-Books gekauft haben und mir damit ermöglichen, meiner großen Leidenschaft, der Geschichte, weiterhin nachgehen zu können.

Margarete von Österreich

Buch Cover 'Margarete von Österreich'

Maike Vogt-Lüerssen

Margarete von Österreich – Die burgundische Habsburgerin und ihre Zeit

seit November 2017 als Buch in 3. überarbeiteter Auflage bei amazon.de erhältlich, 492 Seiten, mit 216 sw Bildern, € 22,06; ISBN 978-1-9731-9249-7

als E-BOOK bei amazon.de mit Stammtafeln und 219 Bildern, davon 149 in Farbe, Eigenproduktion 2014, € 21,27


Margarete von Österreich

Neben der Kaiserin Maria Theresia und der Kaiserin Elisabeth (oder „Sisi“) gehört die Erzherzogin Margarete von Österreich, die die einzige legitime Tochter des Kaisers Maximilian I. war, zu den berühmtesten Frauengestalten der Habsburger. Sie selbst sah sich jedoch zeitlebens eher als ein Familienmitglied der burgundischen Dynastie der Valois, der ihre Mutter, die Herzogin Maria, entstammte, als ein Abkömmling des väterlichen Geschlechtes. Letztendlich war sie daher als „letzte Burgunderin“ dafür verantwortlich, dass die Traditionen und Wertvorstellungen ihrer Vorfahren mütterlicherseits, auf die sie so stolz war, Bestandteil der Traditionen und Wertvorstellungen der zukünftigen Habsburger seit Kaiser Karl V. wurden. Durch ihre Eltern, ihre Ehen mit dem französischen König Karl VIII., dem spanischen Thronfolger Juan und dem Herzog Philibert II. von Savoyen und ihr politisches Amt als Statthalterin der Niederlande ist ihre Biographie zugleich als Nachschlagewerk für „Wer ist wer in der Welt der Renaissance“ zu betrachten. So lernen wir, indem wir das Leben von Margarete von Österreich von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod verfolgen, nicht nur eine der aufregendsten Zeitepochen der Geschichte, sondern auch deren bedeutendsten Persönlichkeiten aus dem Adel, der Gelehrten- und Künstlerwelt und der Geistlichkeit kennen. Selbstverständlich kommt hierbei auch das interessante Privatleben der großen Politikerin nicht zu kurz.


Vorwort

Das Haus Habsburg, dessen männliche Vertreter die Geschichte des Abendlandes bereits seit dem Hochmittelalter maßgeblich beeinflusst haben und deren Taten und Kriege unzählige Geschichtsbücher füllen, brachte auch einige sehr bedeutende Frauen hervor. Die Bekanntesten unter ihnen sind die Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) und ihre Tochter Marie Antoinette (1755-1793), die als französische Königin ihr Leben unter der Guillotine verlor, die Kaiserin Elisabeth („Sisi“) (1837-1898) und die Erzherzogin Margarete von Österreich (1480-1530). Über das sehr interessante und wechselhafte Leben und das politische Wirken der Letzteren, die nach drei unglücklich endenden Ehen von ihrem Vater, dem Kaiser Maximilian I., zur Statthalterin der Niederlande erhoben wurde und die zu den großen Diplomatinnen der Renaissance zählt, möchte dieses Buch Sie, liebe Leser und Leserinnen, informieren.

Margarete von Österreich und ihr um zwei Jahre älterer Bruder Philipp der Schöne, die aus der Ehe zwischen der burgundischen Herzogin Maria und dem österreichischen Erzherzog und späteren Kaiser Maximilian I. hervorgegangen waren, stellten die Bindeglieder zwischen zwei der bedeutendsten Adelshäuser der abendländischen Renaissance dar, nämlich dem sehr reichen, burgundischen Haus der Valois und dem eher verarmten, österreichischen Haus der Habsburger.

Durch den frühen Tod von Philipp dem Schönen im Jahr 1506 wurde es Margaretes Aufgabe, dessen Kinder mit dem burgundischen Kulturgut und der burgundischen Tradition vertraut und bekannt zu machen. Margarete und Philipp, die wir eher als Burgunder denn als Habsburger zu betrachten haben, waren nämlich sehr stolz auf ihre burgundischen Vorfahren. So fanden schließlich auch burgundische Symbole wie das Goldene Vlies, das Margaretes Urgroßvater mütterlicherseits, der Herzog Philipp der Gute, im Jahr 1429 einführte, und burgundische Vorlieben und Feindschaften - wie die Farbe Schwarz für feierliche Gewänder, die sehr strenge und steife höfische Etikette des burgundischen Herzogshofes, der Wunsch, einen Kreuzzug gegen die heidnischen Türken zu führen, die Liebe zu Büchern, zur Musik und zur Kunst und die Feindschaft mit dem französischen Königshaus - Eingang in die nächsten Generationen der österreichischen und besonders der spanischen Habsburger.

Karl V. und seine Schwestern Eleonore, Isabella und Maria, die nach dem Tod ihres Vaters in die Obhut von Margarete von Österreich gelangten, wurden somit wie ihre Tante und ihr Vater in der Sprache ihrer burgundischen Vorfahren, dem Französischen, erzogen. Margarete erlernte die deutsche Sprache ihrer väterlichen Vorfahren, der Habsburger, nie. Überdies hatte sie das Land, das zu ihrem Beinamen wurde, Österreich, nie betreten.

Aber ihr Stolz auf die burgundischen Vorfahren trübte nicht ihren politischen Weitblick. Um die unter Maximilian I. und Karl V. über viele Jahre währenden Kriege gegen Frankreich zu beenden, die in erster Linie wegen der Bourgogne geführt wurden, fand sie sich in der berühmten Friedensverhandlung von Cambrai im Jahr 1529 bereit, auf die Rückgabe des burgundischen Stammlandes zu verzichten, das nach dem Tod ihres Großvaters, des burgundischen Herzogs Karl des Kühnen, im Jahr 1477 vom französischen König Ludwig XI. annektiert und dessen Reich einverleibt worden war. Denn die teuren und verheerenden Kriege zwischen dem französischen Königshaus und dem burgundisch-habsburgischen Haus gefährdeten mittlerweile die Position des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Und dieses wichtigste und höchste weltliche Amt besetzten seit drei Generationen die Habsburger. Seit dem Tod von Margaretes Vater, Kaiser Maximilian I., im Jahr 1519 durfte sich ihr Neffe Karl mit diesem Titel schmücken.

Zum Wohl der habsburgischen Dynastie war es erforderlich geworden, auf das bedeutendste Erbland der burgundischen Vorfahren zu verzichten. So sehr Margarete die Vergangenheit und die Erinnerung ihres burgundischen Hauses schätzte und liebte, noch bedeutender war für sie im Laufe der Jahre die Zukunft ihrer habsburgischen Neffen und Nichten, also das Erbe ihres väterlichen Hauses, geworden. Diesem konnte sie zwar nicht das burgundische Reich in seiner alten Größe, aber immerhin die Wertvorstellungen ihrer burgundischen Vorfahren, deren ruhmreiche Geschichte sie so sehr mit Stolz erfüllte, hinzufügen.


Rezension von Frau Mondwurf (PSM = Primärliteratur, Sekundärliteratur und Unterrichtsmaterialien):

In ihrem Buch "Margarete von Österreich - Die burgundische Habsburgerin und ihre Zeit" stellt die Autorin Maike Vogt-Lüerssen nicht nur das Leben und Wirken der Margarete dar; sondern sie lässt die Leser teilhaben am großen Weltgeschehen in der Zeit der Renaissance.

Ihre Eltern waren Maximilian I. (später Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation) und Maria von Burgund (Tochter des burgundischen Herzogs Karl des Kühnen). Als Margarete 2 Jahre alt war, verlor sie ihre Mutter durch einen frühen Tod. Margarete kam in die Obhut ihrer hochgebildeten frommen Stiefgroßmutter Margarete von York, die selber keine Kinder hatte. Als Dreijährige wurde die kleine Margarete auf Grund des Friedensvertrages von Arras, den der franz. König Ludwig Xi. von Frankreich mit den Flamen geschlossen hatte, mit dem dreizehnjährigen franz. Thronfolger Karl VIII. am 23.6.1483 mit großem Pomp vermählt. Sie lebte nun mit anderen adeligen Kindern am franz. Hof. Ihre Erziehung übernahm die Tochter von Ludwig XI. Anna von Frankreich, die mit dem Grafen Pierre de Beaujeu verheiratet war. Anna wurde in den vier Jahren, die Margarete als Königin am franz. Hof war, wegen ihres diplomatischen Geschickes, ihrer Furchtlosigkeit und ihrer politischen Schläue für die kleine Habsburgerin ein großes politisches Vorbild. Als 1488 Margaretes Vater Maximilian I. die Heirat per procurationum mit der 12jährigen Anne de Bretagne (Erbin des Herzogtum Bretagne)verkünden ließ, ließ die schlaue Regentin Anne von Frankreich die Ehe ihres 21jährigen Bruders König Karl VIII. mit der 11jährigen Königin Margarete, die nie körperlich vollzogen war, annullieren. Erst 1493 durfte die "geschiedene" Königin Margarete Frankreich verlassen und zu ihrer Stiefgroßmutter Margarete von York nach Flandern zurückkehren. Am 19.8.1493 starb ihr armer Großvater Kaiser Friedrich III., nun wurde ihr Vater Maximilian I. zum Kaiser des Hlg. Römischen Reiches Deutscher Nation proklamiert. 1495 beschloss dieser, seine beiden Kinder Phillip und Margarete gewinnbringend zu vermählen. Als Ehekandidaten boten sich die beiden Kinder des spanischen Herrscherpaares Isabella die Katholische von Kastilien-Leon und Ferdinand II. von Aragon an, nämlich der Thronerbe Juan und die Prinzessin Johanna. Im März 1497 traf die junge "Witwe" Margarete am span. Hof ihren 18jährigen Bräutigam Juan, der für Margarete gleich große Liebe empfand. Nach der Hochzeit ging das Gerücht, Don Juan sei der Liebestollheit verfallen. Doch im Sept. 1497 erkrankte Juan sehr schwer und im Okt. starb er. Margarete verlor im Nov. , im sechsten Monat schwanger, ihren Sohn. Noch 2 Jahre blieb Margarete in Spanien, sie diente ihrer Schwiegermutter, der hochbegabten Politikerin und energischen Kriegsherrin Isabella, als Dolmetscherin und gewann somit Einblick in wichtige Fragen der Politik und Verwaltung. Am 4. 3. 1500 traf Margarete in Genf ein. Ein Jahr später musste sie sich, auf Wunsch ihres Vaters mit dem 21jährigen Herzog Philibert von Savoyen, einem Bruder ihrer Freundin Louise v. Savoyen, vermählen. 1501 heiratete sie ihren dritten Gatten, den hübschen Philibert, und empfand große Liebe für ihn.

Im Gegensatz zu Margarete hatte Philibert keine geistigen Interessen und so übernahm Margarete seine Staatsgeschäfte. Sie kurbelte die Wirtschaft an und versuchte auch politisch Savoyen aus den nie enden wollenden Kriegen zwischen Deutschland und Frankreich herauszuhalten. Im Jahre 1504 starb auch ihr dritter Gatte. Nun trug die erst 24jährige die Witwenhaube und war nicht mehr bereit, sich fortan von ihrem Vater vermählen zu lassen. Nachdem 1506 ihr Bruder gestorben war, übernahm sie die Erziehung seiner Kinder. 1507 bot ihr Vater, der Kaiser Maximilian I., ihr das Amt der Statthalterschaft über die Niederlande an. Sie nahm ihr Amt sehr ernst. Um ihre Wünsche durchzusetzen, verzichtete sie auf das Mittel Krieg und benutzte ihre gutdurchdachte kluge Diplomatie. Die Erziehung ihrer Nichten und ihres Neffen Karl, dem späteren Kaiser, übernahm sie mit großem Ernst. Da sie selber aus ihren Ehen keine Kinder hatte, sah sie in ihnen ihre eigenen Kinder. 1515 wurde ihr Neffe Karl für mündig erklärt und zum Herzog von Burgund und den Niederlanden erhoben. Nun wurde Margarete als Regentin nicht mehr gebraucht. Das änderte sich, als ihr Neffe Karl 1516 nach dem Tod seines Großvaters Ferdinand II. die Regierungsgeschäfte in Spanien übernehmen musste. Da bekam Margarete erneut einen Teil der Regierungsgewalt in den Niederlanden übertragen. Margarete betrieb nun mächtig Wahlkampagne, um Karl nach dem Tode ihres Vaters als Kaiser zu proklamieren. Aus Dankbarkeit erhielt sie von Karl alle Rechte einer Regentin und durfte somit das große Staatssiegel selbstständig führen.

1519 wurde ihr Neffe Karl V. in Aachen zum Kaiser des Hlg. Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. In den kommenden Jahren versuchte Margarete als Mater familias mit einem autoritären politischen Führungsstil nach dem Motto, "So lautet mein Wille", trotz aller Privilegien einen straffen niederländisch burgundischen Staat zu schaffen. Ihr größter diplomatischer Erfolg war der sogenannte Damenfrieden, den sie mit ihrer ehemaligen Freundin Louise von Savoyen, der Mutter des franz. Königs Franz I. schloss. Sie als "Mutter" des Kaisers verstand es aus einer noch so ausweglosen Verwicklung in einem Gespräch einen Vertrag zum Frieden zu schaffen.

Was wäre wohl aus der Weltgeschichte geworden, wenn Margarete von Österreich (die nie in Österreich war) nicht ihre Fäden gezogen hätte und somit politisch kräftig mitgemischt hat. Maike Vogt-Lüerssen schreibt in ihrem Buch sehr verständlich bis ins kleinste Detail über die Herrscherdynastien, über ihre Verfahrensweise, wie man schon die Kinder benutzte um Macht und Ländereien zu vergrößern. So schreibt Maike Vogt-Lüerssen nicht nur über das Leben und Wirken der Margarete, sondern sie beschreibt ganz ausführlich und äußerst interessant die Zusammenhänge (wer mit wem, und warum - ob mit oder ohne Liebe - und wie denn das einstige mächtige Burgund seinem Ende entgegen ging). Man muss es gelesen haben, dieses große Werk, um danach erstaunt festzustellen, dass es eine Frau war, die in der europäischen Geschichte so viel bewegt hat. Leser, die sich über die politischen Machtverhältnisse, die Entwicklung und den Glaubensfanatismus in der Religion und den Machenschaften der herrschenden Dynastien in den europäischen Staaten zu jener Zeit informieren wollen, ist das Buch Margarete von Österreich sehr zu empfehlen.

Käthe Mondwurf, Religionspädagogin


Vielen Dank für das Lob von "Nagelfar" bei amazon.de:

Interessante Lektüre:
"Maike Vogt-Lüerssen hat mit ihrem Buch "Margarete von Österreich" eine wunderbare Übersicht über die Zeit um 1500 geschaffen. Trotz der komplizierten politischen und familiären Verhältnisse der damaligen Zeit verliert der Leser nie den roten Faden und kann alle Fakten gut einordnen. Das Buch ist sein Geld wert und kann vorbehaltlos empfohlen werden."