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Elisabeth Charlotte war die jüngste Tochter von Philippe I. von Frankreich (1640-1701), dem Herzog von Orléans, und dessen zweiter Gattin Liselotte von der Pfalz (1652-1722). Am 13. Oktober 1698 heiratete sie Leopold I. (1679-1729), den Herzog von Lothringen, dem sie 14 Kinder schenkte. Ihre bekanntesten Kinder waren ihr achtes Kind, ihr Sohn Leopold Clemens (1707-1723), ihr neuntes Kind, ihr Sohn Franz Stephan (1708-1765), der zukünftige Gatte der Kaiserin Maria Theresia, und ihr 12. Kind, ihr Sohn Karl Alexander Emanuel (1712-1780), der zukünftige Gatte von Maria Theresias Schwester Maria Anna.
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Nachdem ihre Mutter, Liselotte von der Pfalz, zuerst mit dem Gedanken spielte, sie mit dem römischen König Joseph I. (1678-1711) oder mit dem verwitweten Wilhelm III. (1650-1702), dem König von England, zu verheiraten, gab es im Jahr 1697 einen neuen Kandidaten: den Herzog Leopold I. von Lothringen (1679-1729), der Liselotte von der Pfalz am wenigsten gefiel: "... Wie mir Louisse [ihre Halbschwester] den hertzog von Lothringen beschreibt, so seindt I. L. nicht gar schön, kurtz undt dick undt [hat] ein oesterreichisch maul [von seiner Mutter Eleonore Maria von Österreich (1653-1697)] ..." (in: Dirk Van der Cruysse: „Madame sein ist ein ellendes Handwerk“: Liselotte von der Pfalz – eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs, S. 417).
"Die Verbindung Elisabeth Charlottes von Orléans mit Leopold von Lothringen war Ende 1697 beschlossen und dann wiederholt aufgeschoben worden, zunächst weil die Arbeiten in Schloß Nancy und die Vorbereitung von Aussteuer, Livreen und Kutschen in Paris mehr Zeit in Anspruch nahmen als vorgesehen, dann weil der Herzog von Lothringen vergessen hatte, in Rom um einen Dispens für eine Heirat zwischen Cousins vierten Grades nachzusuchen [beide hatten als gemeinsamen Vorfahren ihren Ururgroßvater Erzherzog Karl II. von Innerösterreich (1540-1590)]. Am 23. September [1698] jagte ein Kurier los und kam am 8. Oktober [1698] mit der Sondergenehmigung in Fontainebleau an; er 'war äußerst schnell gewesen, denn er war nicht mehr als vierzehn Tage unterwegs.' [historische Quelle: Sourches IV, S. 76; und Dangeau, VI, S. 424/435] Die Hochzeit fand also erst im Oktober [am 13. Oktober 1698], während des Aufenthalts in Fontainebleau, statt. ... Mademoiselle trug ein silbergewirktes, mit Silberspitzen übersätes Hochzeitskleid. Als die Messe zu Ende war, blieb der König [Ludwig XIV.] an der Kirchentüre stehen, um der neuen Herzogin von Lothringen Lebewohl zu sagen; er umarmte sie zärtlich, und beide vergossen viele Tränen." (in: Dirk Van der Cruysse: „Madame sein ist ein ellendes Handwerk“: Liselotte von der Pfalz – eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs, S. 422/424).
Die Hochzeitsnacht, die jede adlige junge Frau fürchtete, denn Aufklärung über den Geschlechtsakt gab es für sie nicht: Liselotte von der Pfalz schrieb an ihre Tante Sophie, die Kurfürstin von Hannover, über diese Nacht ihrer Tochter Elisabeth Charlotte: "Ich habe heütte brieff von [meiner dochter] von Challong [= Châlons] bekommen. Heütte ist es ein harter Tag vor sie, dann da wirdt sie des Königs hauß quittiren und recht ernstlich eine fraw werden, denn ihr herr undt sie sollen dieße nacht beysammen schlaffen; das wirdt ihr spanisch vorkommen ... Ob mein tochter ihren hertzog zwar recht schön findt, so war ihr doch greülich schwer umbs hertz, daß er sie abhollen solte, sagte, sie were so beduttelt, daß sie nichts thät alß zittern, undt wuste nicht mehr was sie sagte; es were ihr auch gar angst auff die nacht. Ich glaube, daß sie auch kein unrecht hatt, den man sagt wunderliche sachen von unßerm schwiegersohn; soll sich einmahl gebadet haben undt wie ihn der bader gewaschen, soll er gesagt haben: Ihr Durchlaucht thun doch Dero arm beyseydt, ich kan sie sonst nicht recht waschen. Wie man es aber beym licht besahe, war es der arm gar nicht, sondern was anderst met verlöff. Mich verlangt unerhört, zu vernehmen, wie die erste nacht abgeloffen ist ..." (in: Dirk Van der Cruysse: „Madame sein ist ein ellendes Handwerk“: Liselotte von der Pfalz – eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs, S. 426). Und da zwischen Mutter und Tochter ein reger Briefwechsel herrschte - Lieselotte schrieb ihrer Tochter dreimal in der Woche, am Montag, am Donnerstag und am Samstag -, wird sie es wohl bald erfahren haben. Und Elisabeth Charlotte schien wohl Gefallen am Geschlechtsakt gehabt zu haben. Schon zehn Monate später, am 26. August 1699, erblickte das erste von ihren insgesamt 14 Kindern das Licht der Welt.
Die Ehe schien am Anfang sehr glücklich gewesen zu sein. Beide waren sehr ineinander verliebt. Liselotte von der Pfalz schrieb an ihre Halbschwester Louise im Januar 1700: "Mein dochter hatt auch daß glück, sehr von ihrem herrn geliebt zu werden undt ihn überauß zu lieben; ich hette es nicht gemeindt, wen ichs nicht bey nahem gesehen hette." (in: Dirk Van der Cruysse: „Madame sein ist ein ellendes Handwerk“: Liselotte von der Pfalz – eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs, S. 431). Aber wie fast alle adligen Ehemänner in der Vergangenheit hatte auch Leopold I. schon bald außereheliche Verhältnisse.
Ihre Kinder waren: 1. ihr Sohn Leopold, geboren am 26. August 1699 und gestorben am 2. April 1700; 2. ihre Tochter Elisabeth Charlotte, geboren am 21. Oktober 1700 und gestorben am 4. Mai 1711; 3. ihre Tochter Louise Christine, geboren am 13. November 1701 und gestorben am 18. November 1701; 4. ihre Tochter Marie Gabriele Charlotte, geboren am 30. Dezember 1702 und gestorben am 11. Mai 1711; 5. ihr Sohn Louis (siehe Porträt von ihm im obigen Bild), geboren am 28. Januar 1704 und gestorben am 10. Mai 1711; 6. ihre Tochter Josephine Gabriele, geboren am 16. Februar 1705 und gestorben am 25. März 1708; 7. ihre Tochter Gabriele Louise, geboren am 4. März 1706 und gestorben am 13. Juni 1710; 8. ihr Sohn Leopold Clemens, geboren am 25. April 1707 und gestorben am 4. Juni 1723; 9. ihr Sohn Franz Stephan, geboren am 8. Dezember 1708 und gestorben am 18. August 1765; 10. ihre Tochter Eleonore, geboren am 4. Juli 1710 und gestorben am 28. Juli 1710; 11. ihre Tochter Elisabeth Therese, geboren am 15. Oktober 1711 und gestorben am 3. Juli 1741; 12: ihr Sohn Karl Alexander Emanuel, geboren am 12. Dezember 1712 und gestorben am 4. Juli 1780; 13. ihre Tochter Anna Charlotte, geboren am 17. Mai 1714 und gestorben am 7. November 1773; 14. eine totgeborene Tochter am 28. November 1715.
Gleich am Tag der Geburt ihres ersten Enkelsohnes, des Prinzen Leopold von Lothringen, am 26. August 1699, schrieb Elisabeth Charlottes Mutter, Liselotte von der Pfalz, an ihre geliebte Halbschwester Louise: "Recht lebendig zweyffle ich sehr mein enckel zu sehen, aber meine dochter wirdt mir ihn in waxs possiert schicken; er solle schon so groß und starck sein wie ein kindt von 6 mont ..." Und in einem Brief an Frau von Harling hören wir: "Ich fürchte aber, daß meine dochter es machen wirdt wie die affen undt ihren sohn vor lieb zerdrucken, denn sie will ihn alß bey sich auf dem bett haben undt küst undt drückt ihn immer. Man schreibt mir auch, daß der Hertzog von Lothringen vor den leütten thut, alß wenn er nichts nach seinem kindt fragt, undt wils kaum ahnsehen, aber in geheim undt wenn nur wenig leütte darbey sein, küst er es ebenso gern alß die fraw mutter." (in: Dirk Van der Cruysse: „Madame sein ist ein ellendes Handwerk“: Liselotte von der Pfalz – eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs, S. 428-429).
Elisabeth Charlotte wollte ihre Kinder, die sie so sehr liebte, selbst erziehen, zur großen Überraschung ihrer Mutter, die ihr dies ausreden wollte: "Es fällt mir allerdings schwer zu glauben, daß Ihr die Geduld aufbringen könnt, die man bei Kindern braucht."
Im Jahr 1711 wüteten in Frankreich wieder einmal die Pocken. Der Dauphin Ludwig wurde ein Opfer von ihnen und starb am 14. April 1711 im Alter von 59 Jahren. Elisabeth Charlotte sollte in diesem schrecklichen Jahr ihre geliebte Tochter Elisabeth Charlotte am 4. Mai 1711 im Alter von 10 Jahren, ihren geliebten Sohn Louis am 10. Mai 1711 im Alter von sieben Jahren und ihre geliebte Tochter Marie Gabrielle Charlotte am 11. Mai 1711 im Alter von acht Jahren verlieren. Von ihren bisher zehn Kindern blieben ihr im Jahr 1711 letztendlich nur noch zwei Kinder, zwei Söhne, Leopold Clemens und Franz Stephan, am Leben. Sie sollte in den nächsten vier Jahren noch vier weitere Kinder bekommen, wobei das letzte Kind, ein Mädchen, eine Totgeburt war.
Sechs Wochen vor ihrem Tod traf Liselotte von der Pfalz sich im Oktober 1722 noch einmal mit ihrer geliebten Tochter Elisabeth Charlotte und deren fünf Kindern, dem 15-jährigen Leopold Clemens, dem 13-jährigen Franz Stephan, der 11-jährigen Elisabeth Therese, dem neunjährigen Karl Alexander Emanuel und der achtjährigen Anna Charlotte, in Reims. Aus ihrem Brief an ihre Halbschwester Louise erfahren wir, dass der 15-jährige Leopold Clemens "schon 6 schuh hoch [= 1,83 m]" ist und der neunjährige Karl Alexander Emanuel "ein wunderlicher heylliger" ist, "daß maul geht ihm nicht zu undt ist allezeit lustig, raisonnirt imer mitt seinen schwestern und recht possirlich".
Elisabeth Charlotte verlor ihren Gatten am 27. März 1729. Das Herzogtum von Lothringen wurde anlässlich des Polnischen Erbfolgekrieges im Jahr 1733 von den Franzosen besetzt, und Elisabeth Charlottes Sohn Franz Stephan, der Nachfolger ihres Gatten als der nächste Herzog von Lothringen, verzichtete auf seine Herrschaft im Jahr 1736 und wurde stattdessen Großherzog von der Toskana. Der französische König Ludwig XV., ein Enkel ihres bereits verstorbenen Cousins, des Dauphins Ludwig, erhob Elisabeth Charlotte im Jahr 1737 zur souveränen Fürstin von Commercy, wo sie schließlich am 23. Dezember 1744 an einem Schlaganfall verstarb.


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